Triff vier Studierende, die ihre Erwartungen an die neue Regierung Bangladeschs äußern.

Beitragsbild: SAJJAD HUSSAIN / Contributor

Original (englisch): hier | 17. Februar 2026

Nach den nationalen Wahlen in Bangladesch in der vergangenen Woche wurde heute die neue Regierung unter der Führung von Premierminister Tarique Rahman von der Bangladesh Nationalist Party (BNP) vereidigt. Die Wahlen – die ersten seit den landesweiten Studierendenprotesten, die im August 2024 zur Absetzung der Regierung der ehemaligen Premierministerin Sheikh Hasina führten – werden weithin als entscheidender Moment für die Menschenrechte in Bangladesch angesehen. Seit der Gründung des Landes im Jahr 1971 haben es die aufeinanderfolgenden Regierungen versäumt, die in der Verfassung verankerten Menschenrechtsverpflichtungen einzuhalten. Zu den Verstößen zählen unter anderem Verschleppungen, außergerichtliche Hinrichtungen und die Unterdrückung der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.

Vier junge Bangladeschis, die alle hoffen, dass die neue Regierung mit der Vergangenheit bricht, teilen hier ihre Erwartungen an das, was sie leisten muss.

Omar Faruk

Omar Faruk, 21, arbeitet bei einer lokalen Organisation, die studentische Freiwillige für gemeindebasierte Initiativen mobilisiert und koordiniert. Alarmiert durch die Auswirkungen, die der Klimawandel bereits auf die am stärksten marginalisierten Gemeinschaften Bangladeschs hat, möchte er, dass die neue Regierung Maßnahmen zur Klimagerechtigkeit priorisiert.

„Der Klimawandel ist nicht nur eine Umweltkrise, sondern auch ein tiefgreifendes Menschenrechtsproblem. Klimagerechtigkeit erkennt an, dass die Auswirkungen des Klimawandels ungleich verteilt sind und dass diejenigen, die am wenigsten zu diesem Problem beigetragen haben, oft am stärksten darunter leiden. Frauen, sogenannte Gemeinschaften niedrigerer Kasten und marginalisierte Gruppen sind aufgrund systemischer Ungleichheit unverhältnismäßig hohen Risiken ausgesetzt.

In vielen Gesellschaften sind Frauen in erster Linie für die Wasserbeschaffung, die Ernährungssicherheit und die Haushaltsführung verantwortlich. Klimabedingte Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren und Wirbelstürme erhöhen ihre Arbeitsbelastung, setzen sie Gesundheitsrisiken aus und schränken ihren Zugang zu Bildung und wirtschaftlichen Möglichkeiten ein.

Marginalisierte Gemeinschaften leben oft in ökologisch fragilen Gebieten mit begrenzter Infrastruktur und staatlicher Unterstützung. Wenn Katastrophen eintreten, sind diese Gemeinschaften aufgrund sozialer Ausgrenzung in größerem Maße von Vertreibung, Verlust ihrer Lebensgrundlage und Hindernissen beim Wiederaufbau betroffen.

Die Bekämpfung des Klimawandels ohne Berücksichtigung der Überschneidungen von Geschlecht und Kaste birgt die Gefahr, bestehende Ungerechtigkeiten zu verstärken. Eine gerechte Klimapolitik muss soziale Hierarchien in Frage stellen und gleichzeitig die Umwelt schützen. Nur durch inklusive und rechtsbasierte Ansätze kann Klimagerechtigkeit zu langfristiger Nachhaltigkeit, Menschenwürde und Gerechtigkeit beitragen.“

Umma Sadia Prapty

Umma Sadia Prapty, eine 24-Jährige aus Shariatpur, studiert im Masterstudiengang Angewandte Sprachwissenschaft und Englischunterricht. Frustriert von den Hindernissen, die junge Menschen daran hindern, sich uneingeschränkt am öffentlichen Diskurs zu beteiligen, möchte sie, dass die neue Regierung dafür sorgt, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit geschützt wird.

„Die Regierungsführung wird effektiver und transparenter, wenn die Menschen ihre Meinung und Kritik gegenüber den Behörden offen äußern können. Das Recht, unterschiedliche Perspektiven zu teilen und Proteste gegen Ungerechtigkeit zu organisieren, sollte garantiert sein. Wenn diese Rechte verweigert werden, können Fehlinformationen, Angst und Polarisierung das Vakuum füllen, das durch unterdrückte Debatten entsteht.

Die jüngere Generation in Bangladesch ist zunehmend gebildet, global vernetzt und politisch bewusst, daher sind diese Rechte für sie besonders wichtig. Junge Menschen nutzen soziale Medien, um ihre Meinungen zu teilen, miteinander zu kommunizieren und Reformen in Bereichen wie Klimagerechtigkeit, wirtschaftliche Rechte und demokratische Teilhabe voranzutreiben.

Doch restriktive politische Gesetze und das Fehlen angemessener rechtlicher Garantien können das Engagement junger Menschen behindern oder Aktivismus in den Untergrund drängen.

Stattdessen brauchen wir Gesetze, die die Meinungs- und Vereinigungsfreiheit schützen und es den Menschen ermöglichen, ihre Rechte legal auszuüben, ohne Angst haben zu müssen, ins Visier genommen zu werden. Die Regierungsführung sollte transparent sein und gegenüber der Bevölkerung rechenschaftspflichtig sein. Die Presse sollte Nachrichten und Ereignisse frei veröffentlichen dürfen, ohne von politischen Akteur*innen unter Druck gesetzt zu werden. Die Beteiligung junger Menschen an der Politikgestaltung sollte durch die Einrichtung von Jugendräten oder Bürgerforen sichergestellt werden. Durch die Stärkung dieser Säulen des bürgerlichen Lebens kann Bangladesch eine demokratische Kultur aufbauen, die eine gute Regierungsführung fördert, alle Menschen stärkt und Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und gemeinsamen Fortschritt stärkt.“

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