Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass eine sichere Umwelt ein Menschenrecht ist

SYDNEY, AUSTRALIA – MARCH 15: An inflatable planet earth is bounced around the crowd during a Climate Change Awareness rally at Sydney Town Hall on March 15, 2019 in Sydney, Australia. The protests are part of a global climate strike, urging politicians to take urgent action on climate change. (Photo by Don Arnold/Getty Images)

Beitragsbild: © Don Arnold/Getty Images

ARTIKEL VON AMNESTY INTERNATIONAL | Originalartikel (englisch): hier.
27. Juli 2022


 

Am 28. Juli wird die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN General Assembly; UNGA) eine Resolution zur allgemeinen Anerkennung des Rechts auf eine gesunde Umwelt beraten. Die Resolution wurde in Anerkennung der menschlichen und finanziellen Kosten der beschleunigten Klimakrise, des Verlusts der biologischen Vielfalt und der toxischen Verschmutzung von einer breit gefächerten Koalition von UN-Mitgliedsstaaten eingebracht.

„Die Welt wird am Donnerstag genau beobachten, wie die UN-Mitgliedsstaaten ihre Positionen zur Zukunft des Planeten öffentlich vertreten. Eine gesunde Umwelt ist eindeutig eine Voraussetzung für die Freude an allen anderen Menschenrechten – es wird keine Freiheit oder Gleichheit geben, wenn die Welt, in der wir leben, verbrannt, versunken und vergiftet ist“, sagte Chiara Liguori, Researcherin und Beraterin für Klimagerechtigkeit bei Amnesty International.

„Die Waldbrände, Dürren und Überschwemmungen, die derzeit auf der ganzen Welt für Aufruhr und Leid sorgen, sind nur ein Vorgeschmack auf die Dystopie, die uns erwartet, wenn wir den Kurs nicht ändern. Amnesty International appelliert an alle Staaten, ihr Engagement für den Umweltschutz und die Einhaltung aller Menschenrechte unter Beweis zu stellen, indem sie diese Resolution in der Generalversammlung unterstützen.“

„Staaten, die sich der Resolution widersetzen, sollten sich bewusst sein, dass sie dabei sind, ihre Glaubwürdigkeit und Autorität in Klimafragen endgültig zu verspielen. Diejenigen Staaten, die versucht haben, den Resolutionstext zu verwässern, laufen zudem Gefahr, sich auf der falschen Seite der Geschichte wiederzufinden.“

Die Resolution wurde von zahlreichen UN-Organisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Organisationen, die indigene Völker vertreten, befürwortet. Erfreulicherweise haben bereits Dutzende von Staaten ihre Unterstützung signalisiert, indem sie die Resolution formell mitgetragen haben.

Letztes Jahr hat der UN-Menschenrechtsrat, der 47 Mitglieder zählt, eine ähnliche Resolution verabschiedet, in der eine saubere, sichere, gesunde und nachhaltige Umwelt als universelles Menschenrecht anerkannt wird.

Dies war ein Meilenstein, der den Klimaaktivist*innen weltweit einen enormen moralischen Auftrieb gab. Die Bekräftigung dieses Rechts in der Generalversammlung – einem Gremium, das alle 193 UN-Mitgliedsstaaten vertritt – würde zeigen, dass es einen eindeutigen und weit verbreiteten politischen Willen gibt, die Menschenrechte vor Umweltkatastrophen zu schützen.

„Eine Resolution der Generalversammlung würde Druck auf diejenigen Staaten ausüben, die das Recht auf eine gesunde Umwelt noch nicht in ihrer nationalen Gesetzgebung anerkannt haben“, sagt Chiara Liguori. „Sie würde auch ein neues Instrument für Menschenrechtsaktivist*innen im Umweltbereich schaffen, die sich unermüdlich für den Schutz ihrer Mitmenschen vor den Folgen der Umweltzerstörung einsetzen.“