Pressemitteilung | Original (englisch): hier | 29. Juli 2026
Als Reaktion auf die weltweiten Wetterereignisse im Zusammenhang mit extremer Hitze, darunter großflächige Waldbrände, Dürren und Überschwemmungen, erklärte Marta Schaaf, Programmdirektorin für Klima, ESJ und Unternehmensverantwortung bei Amnesty International:
„Extreme Hitze ist nicht nur ein Wetterphänomen. Diese Hitze ist politisch. Hier prallt der durch Unternehmensgier und politisches Versagen getriebene Klimawandel mit den Rechten, dem Leben und den Lebensgrundlagen der Menschen zusammen. Es handelt sich um einen Menschenrechtsnotstand, der das Recht auf Leben, Gesundheit, Wohnraum, Wasser und sanitäre Versorgung, Nahrung, Bildung und eine gesunde Umwelt bedroht. Extreme Hitze ist keine isolierte Katastrophe. Sie ist ein Multiplikator für Menschenrechtsverletzungen. Während viele Regierungen und Unternehmen ihre Klimaschutzmaßnahmen zurückfahren, erleben weltweit immer mehr Menschen lebensverändernde – und in viel zu vielen Fällen lebensbeendende – durch den Klimawandel verursachte Extremereignisse.
Hitzewellen können direkt tödlich sein, und sie schüren zudem Waldbrände, verschlimmern die Luftverschmutzung, trocknen das Land aus und stören die Niederschlagsmuster, wodurch sich Dürren an manchen Orten verschärfen und Überschwemmungen an anderen Orten gefährlicher werden. Diese Schäden werden durch autoritäre Taktiken verschlimmert, die die Klimawissenschaft angreifen, Proteste einschränken, Desinformation zum Thema Klima verbreiten und mächtige Interessen der fossilen Brennstoffindustrie vor der Rechenschaftspflicht schützen.
Die Regierungen müssen die Menschen jetzt durch Anpassungsmaßnahmen und klimaresiliente öffentliche Dienstleistungen schützen, darunter Frühwarnsysteme, sichere Unterkünfte, Zugang zu Wasser und Schutz vor Hitze. Sie müssen sich aber auch mit den Ursachen dieser eskalierenden Krise auseinandersetzen. Nicht zuletzt dank großzügiger staatlicher Subventionen und der Unterstützung durch Verbündete in der Regierung erzielen Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie weiterhin Gewinne, während die Gemeinden die Kosten für die Schäden tragen müssen, zu deren Entstehung die fossile Brennstoffindustrie beigetragen hat. Die Staaten müssen die Verursacher*innen zur Kasse bitten, die Klimawissenschaft und den zivilgesellschaftlichen Raum verteidigen und einen umfassenden, schnellen, fairen und finanziell abgesicherten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gewährleisten, bei dem niemand zurückgelassen wird.“
Hintergrund
Laut der Weltgesundheitsorganisation steigt die Zahl der Menschen, die extremer Hitze ausgesetzt sind, aufgrund des Klimawandels in allen Regionen der Welt exponentiell an. Da die Durchschnittstemperaturen infolge des Klimawandels steigen, nimmt das Risiko von extremen Temperaturen, Hitzewellen, Waldbränden und Rekordtemperaturen zu.
In diesem Monat wurden extreme Hitzewellen in den USA, Tunesien, dem Nahen Osten, der Türkei und Bangladesch gemeldet, während mehr als die Hälfte Englands offiziell von Dürre betroffen ist. Weltweit wurden in diesem Jahr hohe hitzebedingte Todeszahlen verzeichnet, während derzeit weitreichende Waldbrände in Europa, Nordafrika und Kanada wüten.
